Standpunkt und Perspektive
1. These: Die Perspektive ist seit der Renaissance das Ergebnis einer Konstruktion. Es handelt sich um eine gelungene Vorspiegelung: die zweidimensionale Projektion eines dreidimensionalen Gegenstandes im Raum.
(Die Bilder können durch anklicken vergrößert werden. Zu jedem Beitrag - auch der folgenden - finden Sie unter Argumente der Kunst erklärende Textbeiträge.)
Über die technische Dimension hinaus ist der inhaltliche Aspekt von Standpunkt und Perspektive ein entscheidender Faktor in der Kunst der Moderne:
2. These: Künstler experimentierten von „unbelasteten“ Standpunkten aus, psychisch möglichst neutral, kindlich spontan, aus der Fremde des „Primitiven“ und umgekehrt subjektiv tief betroffen.
3. These: Die Künstler wurden ausgehend vom „fremd-fernen“ und „archaisch-distanzierten“ Standpunkt zu Entdeckern des Unentdeckten.
4. These: Auch der beschädigten Natur des Menschen wollten sie willentlich einen Ausdruck verschaffen. Damit sollen die Vorstellungen von Utopie und Schönheit durch eine aktive Rezeption ausgelöst werden.
5. These: Ist es nicht notwendig so, dass in einer Zeit, die den Verantwortungsfähigen zur Verweigerung zwingt, die Fremdheit, auch die Fremdheit zur Kunst, zum notwendigen Standpunkt wird?
6. These:Der Wirbel der Eindrücke führt zu einer Zersplitterung, dem Verlust des Gefühls irgendeines Zusammenhanges. Geld , Profit, Wachstum, Standortvorteile bestimmen alles. Es kommt überhaupt kein Mensch mehr vor im irren Selbstlauf der Dinge.
































